Chronik

Im Spätsommer 1927 gründete Pfarrer Riegger die Bücherei im Pfarrhaus mit einem Medienbestand von 180 Bänden. Bereits am Jahresende konnten 360 Entleihungen der damals 45 Leser verbucht werden. Sie ist die einzig übrig gebliebene kirchliche Bücherei in Haigerloch von insgesamt ursprünglich 8 kirchlichen Bücherei im Raum Haigerloch (1927: Imnau, 1925: Gruol, 1937: Hart, 1925: Haigerloch, 1928: Heiligenzimmern, 1927: Stetten, 1925: Trillfingen, 1925: Weildorf).

Am 4. November 1927 wurde der Borromäus-Einzelverein für die Pfarrgemeinde Owingen gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat die Bücherei durch die Vermittlung von Büchern an Privatpersonen finanziell zu unterstützen.

Pfarrhaus 1935

Wie viele Institutionen, wurde auch die Bücherei im Dritten Reich behindert. Die Bücher mussten Anfangs 1941 bis auf die religiös einschlägige Literatur zwangsweise der Gestapo übergeben werden und schließlich musste die Bücherei in den Jahren 1941-1945 ihre Ausleihtätigkeit einstellen.


Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie im Jahre 1945 mit einem Bestand von 120 Medien und 27 Leser wieder ins Leben gerufen.

In den 60er Jahren wurde dann die Bücherei von Pfarrer Langlotz weiter ausgebaut. Schon 1962 verwalteten neun Mitarbeiter ehrenamtlich einen Bestand von 325 Büchern. In einem kleinen Mehrzweckraum im Pfarrhaus konnten sich die 173 Leser einmal in der Woche 1,5 Stunden lang Bücher ausleihen.

Neben den Buchausstellungen hat auch die Ausbildung der Mitarbeiter in der Owinger Bücherei Tradition, schon im November 1962 nahmen Helga Volm und Johanna Pfister an einem Lehrgang für Büchereihelferinnen in Beuron teil.


Unter Pfarrer Josef Kovacs übernahm Hans Hebrank 1973 die damalige Volks- und Jugendbücherei St. Jakobus. Mit dem Bau der neuen Kirche hatte nun auch die Bücherei einen eigenen Ausleihraum für die inzwischen 1036 Medien, und die Öffnungszeiten konnten auf zwei Stunden erweitert werden.

Neue Kirche

Mit steigendem Angebot, wie Zeitschriften (ab 1979) sowie Spiele für Jugendliche und Erwachsene (ab 1979) wurde 1980 eine Bücherei-Erweiterung im Pfarrsaal notwendig. 1981 wurde die Öffnungszeit auf zweimal zwei Stunden pro Woche erweitert und das Angebot um Hörspiel-Cassetten weiter ausgebaut.

Insgesamt sieben Mitarbeiter nahmen 1982 bis 1984 an weiteren Kursen der Katholischen Büchereiarbeit in Deutschland mit Erfolg teil.

1985 übernahm Franz Hebrank zusammen mit Klara Henne die Büchereileitung. Von 1986 bis 1990 stand die Bücherei unter der Leitung von Adelheid Stifel.


Pfarrhaus 2015

Bernd Liener und Rüdiger Alich leiteten von 1990 bis 2000 gemeinsam die Bücherei. Seit 1990 ist die Bücherei in eigenen Räumen im Pfarrhaus untergebracht und die Ausleihe wird nun mit Hilfe der EDV und dem selbst entwickelten Bibliotheksverwaltungssystem BVS abgewickelt. 1991 wurden die Ausleihzeiten auf insgesamt drei Tage in der Woche ausgedehnt.

In den neuen Räumen kann das Angebot ansprechend präsentiert werden. So gibt es seit 1991 auch Musik-CD's aus vielen Bereichen. Mit Buchausstellungen, Aktionstagen und Autoren-Lesungen ist inzwischen der Schritt von der "Nur"-Bücherei zu einer kulturellen Einrichtung im Gemeindeleben geschafft, was durch steigende Ausleihzahlen honoriert wird.

Ein besonderes Ereignis im Sommer 1994 war die Einrichtung einer Bücherei im Kinderdorf ABAI in Mandirituba/Brasilien durch Carmen Edele, Bernd Liener und Rüdiger Alich.

Seit November 1996 präsentiert sich die Bücherei, als 3. Katholische öffentliche Bücherei, mit einer eigenen von Harald Huber entworfenen Webseite im Internet. Seit dem darauffolgendem Jahr 1997 haben die Benutzern in der Bücherei einen Zugang zum größten Rechner-Verbund der Welt - dem Internet. Die Owinger Bücherei ist dabei die erste Katholische öffentliche Bücherei, die ihren Lesern einen Internetzugang anbietet. Seit dem Jahr 2000 können die Leser auch Computerspiele ausleihen.


Im Jahre 2000 übernahm Johanna Pottyka die Leitung der Bücherei und seit 2002 wird die Bücherei gemeinsam vom Team geführt. Mitte 2005 wurde die Bücherei komplett renoviert und die Fläche erweitert.


Im Mai 2012 übernahm Bernd Liener wieder die Leitung der Bücherei. Die Öffnungszeiten wurden von einem Ausleihtag pro Woche auf zwei erhöht und die Zahl der Mitarbeiter stieg wieder auf 12 an. Im Oktober 2012 wurde der Liefer-Service "BibTaxi" eingeführt, speziell für Menschen, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht selbst in die Bücherei kommen können.

Seit Januar 2013 haben alle Leser der Klassenstufe 1 bis 10 die Möglichkeit am innovativen Leseförder-Programm "ANTOLIN" teilzunehmen. Seit Mai 2013 stehen auch DVD-Filme für die Leser zur Ausleihe bereit. Zusätzlich wurde im selben Monat ein 3. Öffnungstag eingeführt.

Seit Juli 2013 können alle Leser mit gültigem Leserausweis kostenlos auch über WLAN in das Internet. Die Owinger Bücherei ist somit die erste KöB in Deutschland, die diesen Service anbietet. Im Sommer 2014 erfolgte auch ein Relaunch der Webseite. Seit September 2014 stehen zwei Tablet-Computer zum Surfen innerhalb den Büchereiräumen zur Verfügung.


Durch die Zusammenlegung der Seelsorgeeinheiten ist seit 2015 die Kath. Kirchengemeinde Eyachtal-Haigerloch St. Anna Träger der Bücherei. Seit Anfang des Jahres gibt es nun auch Profile bei den sozialen Netzwerken Facebook oder Twitter und seit März 2015 werden PS3-Konsolenspiele zur Ausleihe angeboten. Die Mitarbeiterzahl überschritt 2015 zum ersten Mal seit Bestehen der Bücherei die 20 und es stehen 3 Tablets für die Leser zum Surfen bereit.

Im Juli 2015 wurde der Förderverein "Freunde der Owinger Bücherei" gegründet, der die Arbeit der Owinger Bücherei materiell und ideell unterstützt. Dadurch konnten ab August 2015 die Jahresgebühren abgeschafft werden und zu Beginn des neuen Schuhljahres 2015/2016 steht ein umfangreiches Wissensdatenbank-Angebot mit Hilfe der Munzinger Datenbank inkl. Brockhaus und Duden für alle Leser kostenlos zur Verfügung. Gleichzeitig kam der Samstag als 4. wöchentlicher Ausleihtag hinzu.

Die Owinger Bücherei hat seit Sommer 2015 beim Österreichischen Bibliothekswerk Mitgliederstatus.

Im Oktober 2015 wurde das Online-Angebot um digitale Medien (eMedien) wie digitale Bücher (eBooks), Zeitschriften (ePaper) und Hörbücher (eAudio), die rund um die Uhr ausgeliehen werden können, erweitert. In der Bücherei besteht auch die Möglichkeit seine ausgeliehenen eBooks auf seinen eigenen eReader zu kopieren. In diesem Monat gab auch Patricia Kelly (Kelly Family) ein Benefizkonzert in Haigerloch zugunsten der Owinger Bücherei.


Im Januar 2016 wurden die Wiseendatenbanken durch den BROCKHAUS Wissensservice (neue BROCKHAUS Enzyklopädie, Mensch in 3D, Kunst & Kultur) erweitert und ein Youtube-Kanal wurde eingerichtet. Aktuelle Informationen stehen nun auch zeitnah über den Telegram-Kanal OBIKA zur Verfügung.

Im März 2016 wurden die Wissensdatenbanken durch DUDEN-Basiswissen Schule erweitert und seit dem Frühjahr 2016 wurden die regelmäßigen Vor-Ort-Angebote um ein Büchereifrühstück und einen Lesekreis für Jugendliche und Erwachsene erweitert.


Im Januar 2017 wurden die digitalen Angebote um TigerBooks erweitert. Die Owinger Bücherei war dabei die erste Bücherei im Süden Deutschlands, die erste KöBs deutschlandweit sowie neben Bücherhallen Hamburg, Stadtbibliothek Essen, Stadtbibliothek Spandau, Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Heinrich von Kleist Bibliothek Berlin und Stadtbibliothek Berlin-Mitte bei den allerersten insgesamt dabei. Auch wurde der Antolin-Leseclub ins Leben gerufen.

Seit den Herbstbuchwochen 2017 gibt es nun auch ein Profil bei Instagram. Das Jubiläumsjahr 2017 war das erfolgreichste Jahr in Folge seit es die Bücherei gibt.


Samstag, 13. Januar 2018 04:26 Uhr: Die FRITZ!Box meldet, dass seit diesem Zeitpunkt keine Verbindung mehr zum Aktor "FRITZ!DECT 200 - Ausleihtheke" besteht und das Unfassbare nimmt seinen Lauf...

wiederaufbau.owbib.de

Quelle: Owinger Heimatbuch, 1993, S. 181 sowie Büchereiarchiv.

Unsere Pfarrer

1919-1960: Josef Riegger aus Schlatt (*1886, ord. 1911, †1971). Erfolgreicher Heimatforscher.

1960-1961: Karl Schlehr aus Baden-Baden (*1927, ord. 1954, †1973).

1961-1974: Günter Langlotz aus Donaueschingen (*1904, ord. 1936 als Benediktiner in Beuron, †1998). Baute die moderne Kirche.

1974-1984: Josef Kovacs aus Soroksar, Ungarn (*1921, ord. 1948, †1992).

1985-1992 : Ulrich Schleicher (*1956).

1992-2003: Peter Seibt aus Zell im Wiesental (*1960, ord. 1988)

2003- 2014: Dieter Mayer aus Rielasingen-Arlen (*1951, ord. 1981)

seit 2015: Michael Storost aus Bad Griesbach im Renchtal (*1964, ord. 1994).

Quelle: Hohenzollerischer Geschichtsverein sowie Büchereiarchiv.